Deutschlands größtes digitales Krankenhausprojekt MK.D ist online!
140 Krankenhäuser setzen auf ein gemeinsames Patientenportal.
Während viele Digitalisierungsprojekte im deutschen Gesundheitswesen fragmentiert bleiben, geht eines der größten Vorhaben nun in die Betriebsphase. Über 140 Krankenhäuser von mehr als 70 Trägern haben sich deutschlandweit dem gemeinsamen Patientenportal "Mein-Krankenhaus.Digital" (MK.D) angeschlossen. Seit Dezember nutzen Patientinnen und Patienten der ersten Häuser das Portal zur Terminbuchung und digitalen Kommunikation mit ihrer Klinik - mit positiver Resonanz. Der Roll-Out in den weiteren Häusern erfolgt schrittweise.
Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Patientenportals am 20.04.2026 im Klinikum Aschaffenburg durch die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, tritt eines der umfangreichsten Umsetzungsbeispiele im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) offiziell in die Betriebsphase.
Kooperation statt Insellösungen
Bemerkenswert ist das Organisationsmodell: Die beteiligten Krankenhäuser haben das Projekt eigenständig initiiert und dafür die Klinik IT Genossenschaft (KIG) gegründet. Statt auf isolierte Einzellösungen setzen sie auf eine gemeinsame Infrastruktur. Die technische Umsetzung erfolgte durch das Schweizer Softwareunternehmen the i-engineers mit Standorten in München und Münster. Finanziert wurde das Projekt überwiegend über Fördermittel des KHZG.
Trotz der hohen Komplexität, enger Zeitvorgaben und paralleler Digitalisierungsinitiativen in den Krankenhäusern konnten alle teilnehmenden Einrichtungen erfolgreich angebunden werden und erfüllen die Anforderungen des KHZG-Fördertatbestands. „Gemeinsam mit the i-engineers und den weiteren Dienstleistern haben wir eine Lösung entwickelt, die technisch, organisatorisch führend und in dieser Dimension in Deutschland einmalig ist“, erklärt Andreas Lange, Geschäftsführer der Klinik IT eG. „Anstatt dass jedes Haus isoliert seine eigene Lösung entwickelt, haben sich die Krankenhausträger zusammengeschlossen, um dieses Projekt gemeinsam und effizient zu stemmen. Die Zusammenarbeit zwischen mehr als 70 Trägern, rund 1.500 Projektmitarbeitenden und den Dienstleistern hat neue Maßstäbe für kollaborative Digitalisierung im Gesundheitswesen gesetzt.“
Sichere technische Grundlage
Die Lösung läuft mandantengetrennt in Private-Cloud-Umgebungen, die in deutschen Rechenzentren nach dem BSI-C5-Standard betrieben werden. Die Anbindung an die Krankenhaus-IT erfolgt über eine standardisierte Gateway-Komponente. Damit adressiert das Projekt eines der Kernprobleme der Gesundheitsbranche: die historisch gewachsene Heterogenität der IT-Systeme.
„Die eigentliche Herausforderung war nicht die Entwicklung einzelner Funktionen, sondern die Integration unterschiedlichster Systeme in eine gemeinsame Architektur“, sagt Severin Summermatter, CEO von the i-engineers. „Nur mit einer tragfähigen gemeinsamen Architektur lässt sich Digitalisierung im Gesundheitswesen wirksam skalieren.“
Mit mehr als zwei Millionen potenziellen Nutzerinnen und Nutzern pro Jahr und rund 15.000 Mitarbeitenden, die perspektivisch mit der Plattform arbeiten, erreicht MK.D eine Größenordnung, die über klassische Pilotprojekte hinausgeht. Das bietet eine große Chance für effizientere Prozesse, zielgerichtetere Kapazitätssteuerung und letztlich eine bessere Gesundheitsversorgung.
Plattform als Ausgangspunkt für weitere Digitalisierung
Mit dem Start des Echtbetriebs ist das Projekt nicht abgeschlossen. Der Roll-out erfolgt schrittweise innerhalb der einzelnen Krankenhäuser; welche weiteren Anwendungsfälle künftig hinzukommen, entscheiden die angeschlossenen Häuser im Rahmen der genossenschaftlichen Abstimmung. Das genossenschaftliche Modell steht weiteren Krankenhäusern offen.
Von links nach rechts: Andreas Henkel, Roland Engehausen, Severin Summermatter, Sebastian Lehotzki, Michael Krappmann, Staatsministerin Judith Gerlach, Dr. Uwe Gretscher, Andreas Lange, Franz Obermayer, Dr. Alexander Legler
Über die Klinik IT eG
Die Klinik IT eG (KIG) wurde 2023 von bayerischen Krankenhausträgern gegründet und koordiniert heute gemeinsame IT-Projekte für über 70 Krankenhausträger mit mehr als 140 Standorten in zehn Bundesländern. Als Genossenschaft ist die KIG zu 100 Prozent im Besitz der beteiligten Krankenhäuser — jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von Größe oder Trägerschaft. Ziel der KIG ist es, große Digitalisierungsvorhaben herstellerunabhängig, gemeinschaftlich und am klinischen Bedarf orientiert zu konzipieren, umzusetzen und im Betrieb zu steuern.
Mehr Informationen: Mein-Krankenhaus.Digital
Über the i-engineers
the i-engineers ist ein marktführendes, unabhängiges Softwareunternehmen mit Standorten in München, Münster und Hauptsitz in Zürich. Seit 2002 entwickelt es innovative Lösungen für das Gesundheitswesen. Das Kernprodukt, die health-engine®, ist eine bewährte und vielseitige Interoperabilitätsplattform zur Digitalisierung von Prozessen in Krankenhäusern, Kliniken und weiteren Gesundheitsorganisationen. Mehr als 400 Organisationen unterschiedlicher Grösse vertrauen auf die Plattformlösung mit flexibel kombinierbaren Patienten-, Zuweiser-, Klinik- und Mitarbeiterportalen.
Mehr Informationen: www.tie.ch